Im Jahre 1990 hatte Ilse Schummer die einmalige Gelegenheit auf Einladung eines afrikanischen Bischofs nach Uganda zu reisen. Einmalig deshalb, weil Bischof Ssekamania sie mit auf seine Pastoralreise nahm und sie dadurch in den tiefen Busch kam, direkt zu den Menschen, die später die Zielgruppe des Vereins werden sollten.

Während der Bischof nämlich seine vielen Amtshandlungen in den Dorfkirchen und Pfarreien vornahm, war Frau Schummer schnell von den Dorfbewohnern umringt – und meistens von den Frauen. Sie nahmen sie mit in ihre Hütten, oder versammelten sich unter einem Baum und die Frau aus Deutschland kam mit den Uganderinnen ins Gespräch!
Da gab es viele Bitten und Nöte!!

Der lange Bürgerkrieg gegen Idi Amin war damals gerade zu Ende, viele Häuser und Schulen noch zerstört, die Felder verwüstet – und trotzdem verströmten diese Frauen Kraft und Fröhlichkeit.
Das alles hatte Ilse Schummer so sehr beeindruckt, dass sie, wieder zu Hause, anfing im Freundeskreis Geld zu sammeln: für Schuldächer, Saatgut, Nähmaschinen – und im darauf folgenden Jahr wieder nach Uganda reiste.
Es waren kleine Versuche, einigen Dorffrauen auf die Beine zu helfen, aber schon damals war die Richtung klar: Die Gelder des Vereins sollten keine Almosen sein, sondern ein Anschub, um dauerhaft zu einem eigenen Einkommen zu gelangen.

Über 18 Jahre sind seitdem vergangen; der Freundeskreis um Uganda wuchs, ein Verein wurde gegründet, die Eigenmittel wurden durch staatliche Zuschüsse ergänzt und ein Partnerverein in Uganda wurde nötig, um die wachsende Anzahl von Projekten zu betreuen.

Auch inhaltlich hat sich einiges getan:
Der Verein merkte schnell, dass die Projektdurchführung gründlich vorbereitet werden musste. Die Frauen erhielten daher zunächst Schulungen in Hygiene, Familienplanung, biologischer Landwirtschaft und Viehzucht sowie in einfacher Buchhaltung und Sparverhalten. Die Partnerorganisation des Vereins,
VAD (Voluntary Action for Development), übernahm diese Aufgabe und begleitet seitdem alle Projekte so lange, bis die Frauen endgültig auf eigenen Beinen stehen können – was im Durchschnitt nach 2 Jahren der Fall ist.


Das Einkommen von Mrs Bukundas Lebensmittelladen wird den Schulbesuch ihrer Kinder ermöglichen



Dazu wurde ein 3-Stufen-Programm entwickelt:

  1. BulletNach der erwähnten Grundausbildung erhält die Gruppe ein Darlehen, das unter den  Mitgliedern der jeweiligen Gruppe kreist und den Anfang der familiären Einkommensquelle bildet.
    Beispiel: Die 12 Mitglieder einer Gruppe erhalten 300 €. Die Gruppe berät über die geplanten Projekte, über die Fähigkeiten der einzelnen Frauen und die entsprechende Aufteilung der ersten Darlehnsvergabe.  Fest steht, dass jede Frau ihr geliehenes Geld im Laufe von 6 Monaten in den Gruppenpool zurückbezahlt haben muss.

  2. BulletNach erfolgreicher Handhabung findet im 2. Jahr eine Aufstockung des Darlehens statt. Der Kreislauf:  Entleihen → Erweiterung der Einkommensquelle → Rückzahlung setzt sich fort. Das Kapital kreist beständig in der Gruppe.

  3. BulletJetzt haben alle Frauen den sicheren Umgang mit ihren kleinen Unternehmen gelernt, die Schwachen von den Starken profitiert und wer sein Projekt noch weiter ausdehnen will, kann das bei der kleinen Bank tun, die wir mit Niedrigzins bei VAD eingerichtet haben. Die Kredite müssen hach 6 Monaten zurückgezahlt werden, damit dann andere Mitglieder der Gruppe profitieren.

Diese Entwicklung beruht auf der  jahrelangen Treue vieler Spender, die es dem Verein ermöglichten Anträge beim Land Baden Württemberg und bei der Bundesregierung zu stellen und so das Projektvolumen von anfänglich 10.000 DM auf 172.000 € im Jahr 2007 zu steigern.

Die jährlichen Projektbesuche von Ilse Schummer sind eine Garantie dafür, dass die Mittel allesamt an der richtigen Stelle landen, denn für jede Frauengruppe und  jede Schule werden am Ende ihrer Projektreise öffentlich und klar die Fördersummen für jede Gruppe bzw. die Baumaterialien für jede Schule bekannt gegeben – in vielen Fällen sogar umgehend ausgeliefert.

 
Vereinsgeschichte